Im Anschluss an unsere erste Plenartagung der Bundesschülerkonferenz wollen wir euch einmal die Ergebnisse vorstellen, welche wir auch in einer Landespressekonferenz im Landtag der Presse präsentiert haben. Die Ständige Konferenz der Landesschülervertretungen der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, wie die Bundesschülerkonferenz eigentlich genannt wird, stimmt über die Forderungen im Konsensprinzip ab, das heißt, alle Bundesländer müssen bei der Formulierung einer Meinung sein, da dadurch kein Bundesland durch eine eventuelle Kampfabstimmung in Konflikt mit der eigenen Beschlüsse kommt. Auf der diesjährigen Plenartagung, welche übrigens bei uns im Saarland stattfand, wurden folgende Beschlüsse ausgearbeitet. Die Bundesschülerkonferenz fordert eine Einführung verpflichtender Erste-Hilfe-Kurse ab Beginn der Schulzeit, mit Anpassung der Inhalte auf die Fähigkeiten der Schüler*innen. Dahingehend, soll eine Auffrischung und Erweiterung der Inhalte alle ein bis zwei Jahren stattfinden. Weiterhin fordern wir eine Einführung eines obligatorischen Studienfaches in der Lehramtsausbildung, welches sich der Prävention von Diskriminierung und Rassismus beschäftigt. Diskriminierung und Rassismus sind Probleme, welche nicht erst seit heute auf Schulhöfen der Schulen im Bundesgebiet stattfindet und Lehrkräfte nicht erst seit heute auf die Probe stellt. Hier muss es außerdem niedrigschwelligere Angebote zur Fortbildung für alle bereits vollends ausgebildeten Lehrkräfte geben. In Anbetracht der aktuellen Kriegssituation in der Ukraine müssen sich Schulen inhaltlich und differenziert der Aufklärung zu Kriegen widmen und Gesprächsangebote mit Schulpsycholog*innen/Jugendsozialarbeit schaffen. Insbesondere müssen neben diesen auch Hilfsangebote für geflüchtete Menschen zur Integration in den Schulalltag geleistet und ein besonderes Augenmerk und besonderer Schutz im Allgemeinen für Kinder aus den beteiligten Kriegsparteien sichergestellt werden. In Sachen gesunder Ernährung fordern wir eine unbürokratische Bereitstellung von 100 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen zu gesunder und nachhaltiger Ernährung und Finanzierung von gesunden und qualitativ hochwertigem Schulessen. Der Schulsport ist wichtiger Bestandteil, um Kindern einen gesunden Lebensweg aufzuzeigen. Dementsprechend muss Sportunterricht an den Schulen fachlich breiter, aber auch mit mehr individueller Entscheidungskompetenz gestaltet werden. Hier fordern wir eine Modernisierung des Begriffes Sportunterricht. Dies kann bedeuten, eine Ausweitung der Rahmenlehrpläne, Erweiterung der Sport-AGs als auch durch regelmäßige Sport-Exkursionen. Der Fokus muss im Sportunterricht eher auf der persönlichen Gesundheit liegen, als auch dem Wettkampfgedanken. In Sachen psychischer Gesundheit muss stärker und früher auf Stressmanagement und -prävention eingegangen werden. Dazu ist eine Anpassung des Notensystems erforderlich, mit dem Hintergrundgedanken, den Leistungsdruck zu minimieren und stärker individuell, auf die Förderung des Einzelnen eingehen zu können. Zur Modernisierung von Schulen muss auch auf den Begriff der Diversität eingegangen werden. Themenbereiche wie Sexualität, Geschlechteridentität und Diversität müssen differenziert und wertungsfrei Einzug in den Unterricht nehmen, um ein größeres Bild, außerhalb von traditionellen Geschlechterrollen denken zu können. Als grundlegend betrachten wir hierfür den Sexualkundeunterricht, in dem sich mit dem Thema Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten thematisiert werden sollte. Es ist adäquat notwendig, die Geschlechterdiversität, sowie die Sexualdiversität in einem möglichst aufgeklärten und diversen Rahmen im Biologieunterricht zu behandeln. Der Fokus sollte dort nicht nur auf den Aspekt des Aktes als Fortpflanzung, sondern auch weitergehend behandelt werden, um Lernende in der Phase der Selbstfindung und Entdeckung der eigenen Sexualität und des eigenen Geschlechts zu unterstützen.

Katharina Swinka (Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz)
Leon Schwalbe (Fachkoordinator für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundesschülerkonferenz)


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