Die Landesschülervertretung des Saarlandes befürchtet einen überstürzten Wechsel zu G9.
Die Frage, wie sich dieser Wechsel gestalten soll, ist immer noch nicht geklärt. Es liegen aktuell
keinerlei bekannte Konzepte zum schnellen Wechsel des Schulsystems vor.
Die Schüler*innen, welche mit den Lehrkräften maßgeblich von der Änderung betroffen sein werden, wurden noch nicht angehört. Gerade wir als Landesschülervertretung würden einen Austausch mit Schülerinnen zum G9 Wechsel und möglichen Konzepten dafür sehr begrüßen.
Als Vertretung der Schüler*innen ist dieses Vorgehen deswegen ein weiteres Mal zu
bemängeln, da dieses Vorgehen klare Parallelen zum Vorgehen in der Corona-Pandemie
aufweist.

Das Gymnasium in 9 Jahren bietet jedoch auch – durch den Gewinn eines ganzen Schuljahres – unzählige Möglichkeiten, die in diesem Zuge genutzt werden müssen.
Die bloße Umstellung des aktuellen Schulsystems auf G9 halten wir für nicht sinnvoll, da das
hinzukommende Jahr sinnvoll genutzt werden könnte. „Eine Umlegung des aktuellen
Schulsystems eins zu seins auf G9 sollte aus unserer Sicht nicht das Ziel sein. Es braucht eine
Schulreform die Schule zukunftsfähig macht und dafür braucht es wiederum eine Vision und
klare Konzepte“, so Landesschülersprecher Lennart-Elias Seimetz.
So könnte man schon ab der Mittel- und Unterstufe neue Fächer einführen, wie zum Beispiel
der geplante IT-Unterricht oder eine allgemein breitere Fächerwahl initiieren und in vielen
Fächern viel detaillierter auf Themen eingehen.
Es ist also kurzum wichtig, nicht nur prompt die Unterrichtsquantität, sondern damit auch die
Qualität zu erhöhen und die gewonnene Zeit sinnvoll zu nutzen.

Damit müssen die Lehrpläne angepasst werden, Fragen der Räumlichkeiten und bauliche
Maßnahmen geklärt und vor allem der Lehrkräftemangel abgefedert werden.
Des Weiteren gilt es, das praxisnahe Lernen an Schulen zu stärken. Hier wäre eine Möglichkeit,
zwei Schulpraktika von mindestens drei Wochen oder mehr an Schulen zu implementieren.
Ein einziges Praktikum, welches oft verpflichtend im sozialen Bereich stattfinden muss, halten
wir in Bezug auf die Zukunftsorientierung von den Lernenden für nicht ausreichend.
Viele Schülerinnen stehen derzeit zusätzlich der großen Perspektiven-Frage gegenüber, welche ihnen während der Pandemie oft wenig geboten war. Dies ist ein weiterer Grund, warum es handfeste Konzepte für die Umsetzung des G9 braucht statt überstürzter Beschlüsse, was während der Pandemie des Öfteren festzustellen war. Das Sicherheitsgefühl und das Vertrauen der Schülerinnen in das Schulsystem wird letztlich also nicht durch den überstürzten Wandel gefördert – stattdessen stellt es weiter viele Fragen
in den Raum.

„Auch wir als Landesschülervertretung haben uns bereits für G9 ausgesprochen. Jedoch unter
der Bedingung, dass dies keine „ob Debatte“ sondern eine Debatte um das „Wie?“ wird. Ziel
sollte sein, Schule inhaltlich, räumlich und organisatorisch so umzustrukturieren, dass Bildung
wieder zukunftsfähig wird. Dafür kann mit entsprechenden Konzepten G9 dann für die
Umsetzung hilfreich sein.“, so Seimetz.
Die LSV Saar befürwortet also grundlegend die Idee der erneuten Umstellung auf das G9,
sofern dieses zusätzliche Jahr effektiv genutzt wird, um die Qualität der Schule zu steigern und
ein sicheres Konzept für derzeit offene Fragen großer Bedeutung vorliegt.


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