1. Fremdsprachen und Bilingualer Unterricht
  2. Breitere Fächerwahl
  3. OSS Messanger
  4. Wechsel zu G9 an Gymnasien
  5. Abschaffung des konfessionell getrennten Religionsunterricht
  6. Aufklärung über Ernährung
  7. Erste Hilfe Kurse an Schulen
  8. Kostenfreie Hygieneartikel
  9. Aspekt Schulsport
  10. Psychologischer Aspekt
  11. Sexualität
  12. Aspekt Diversität
  13. Etaterhöhung und Pflichtzuweisungen
  14. Privatschulgesetz
  15. SchOG Einspruchsverfahren
  16. Schulmitbestimmungsgesetz

  1. Fremdsprachen und Bilingualer Unterricht

Im Saarland ist es an der Grundschule aktuell verpflichtend, Französisch als erste Fremdsprache zu belegen. Die Landesschülervertretung begrüßt das Angebot, von klein auf Französisch lernen zu können, da man als Einwohner des Saarlandes aufgrund der Grenznähe zu Luxemburg und Frankreich oft mit dieser Sprache konfrontiert ist und Verwendung für es findet. Doch im Hinblick auf eine berufliche und private Zukunft über die Grenzen des Saarlandes hinaus sehen wir Englisch als eine mindestens genau so wichtige Sprache an. Da aus den oben genannten Gründen beide Sprachen ihre Daseinsberechtigung haben, fordern wir, dass von nun alle zur Einschulung wählen können, ob sie mit Französisch oder Englisch als Fremdsprache beginnen möchten, was bereits an vielen weiterführenden Schulen möglich ist.

An weiterführenden Schulen wird zurzeit größtenteils nur Englisch, Französisch, Spanisch und Latein angeboten, wobei Englisch und Französisch verpflichtend sind. Wir finden es schade, dass nicht mehr Freiraum und Vielfalt in der Wahl von Fremdsprachen geboten wird und fordern daher, dass mehr, von Schule zu Schule variierende, Fremdsprachen Einzug in saarländische Schulen finden, um den sprachlichen und damit verbundenen kulturellen Pluralismus zu fördern und den Schülern eine persönlichere Bildung zu ermöglichen. Außerdem fordern wir aus eben jenen Gründen auch eine damit verbundene, freiere Wahl der verpflichtenden Fremdsprachen über Englisch und Französisch hinaus. Zudem fordern wir ein größeres Angebot von bilingualen Kursen an allen weiterführenden Schulen in größerer Sprachauswahl, um eine vertiefende Anwendung und die Gewinnung eines größeren und fachlicheren Wortschatzes zu ermöglichen.

  1. Breitere Fächerwahl

Zurzeit kann man neben den ab der Unter- und Mittelstufe verpflichtenden Fächern in Klassenstufe 10 auch fakultative Zusatzfächer, wie beispielsweise Wirtschaftslehre, Philosophie oder darstellendes Spiel wählen. Die Landesschülervertretung begrüßt diese individuellen Wahlmöglichkeiten sehr, ist jedoch der Meinung, dass diese Auswahlmöglichkeiten noch lange nicht weit genug gehen. Das Hinzuwählen unkonventioneller Fächer eröffnet eine große Möglichkeit für Schüler*innen, sich frei zu entfalten und ihre persönlichen Interessen in den Lernraum Schule einzubinden. Diese Möglichkeit, Bildung persönlicher und individueller zu machen, sollte stark ausgebaut und gefördert werden. Daher fordern wir ein breiteres Angebot von Zusatzfächern. Dabei könnten die angebotenen Fächer zur Gewährleistung einer möglichst großen Bandbreite von Schule zu Schule variieren. Durch die Wiedereinführung von G9 würde dieser Ausbau an Wahlmöglichkeiten stark begünstigt.

  1. OSS Messanger

Das Ministerium für Bildung und Kultur arbeitet zurzeit an einem Messanger in der Onlineschule Saarland, der in Zukunft die „Ranzenpost“ ablösen soll. Die Landesschülervertretung begrüßt diesen Wandel sehr, da die aktuell sehr umständliche und veraltete Kommunikation zwischen Eltern und Lehrer*innen auf diese Art und Weise stark vereinfacht wird. Voraussetzend sehen wir hier aber den damit verbundenen Launch einer App, um die Bedienung und den Zugriff auf den Messanger zu erleichtern und Mitteilungen beim Erhalt einer Nachricht zu ermöglichen.

  1. Wechsel zu G9 an Gymnasien

Die Umstellung auf das Gymnasium in 9 Jahren muss effektiv genutzt werden, um die Qualität von Schule zu steigern und diese wieder zukunftsfähig zu machen. Daher ist die Landesschülervertretung grundsätzlich positiv gegenüber einem Wechsel zu G9 eingestellt. Viel wichtiger ist jedoch die Frage, wie dieser Wechsel gestaltet wird, denn der Gewinn eines ganzen Schuljahres bietet unzählige Möglichkeiten, die in diesem Zuge genutzt werden müssen. Die bloße Umstellung des aktuellen Schulsystems auf G9 halten wir für nicht sinnvoll. Das hinzukommende Jahr muss sinnvoll genutzt werden. So könnte man schon ab Mittel- und Unterstufe neue Fächer einführen, wie zum Beispiel der geplante IT-Unterricht oder eine allgemein breitere Fächerwahl initiieren, und in vielen Fächern viel detaillierter auf Themen eingehen. Es ist kurzum wichtig, nicht nur prompt die Unterrichtsquantität, sondern damit auch die Qualität zu erhöhen und die gewonnene Zeit sinnvoll zu nutzen. Dazu muss auch finanziell, beispielsweise im Bereich Personal oder baulichen Maßnahmen, viel in diesen Wandel investiert werden. Des Weiteren gilt es, das praxisnahe Lernen an Schulen zu stärken. Hier wäre es an der Zeit zwei Schulpraktika von mindestens drei Wochen oder mehr an Schulen zu implementieren. Ein einziges Praktikum, welches oft verpflichtend im sozialen Bereich stattfinden muss, halten wir in Bezug auf die Zukunftsorientierung von Schüler*innen für nicht ausreichend.

Es braucht im Zuge der Umstrukturierung des Gymnasiums auf eine Reform der Gemeinschaftsschulen. Es darf nicht sein, dass durch die Weiterentwicklung des Gymnasium die anderen Schulformen abgehängt werden. Es sollte keine qualitative, sondern eine quantitative Wahl nach persönlichen Präferenzen sein, welche Schulen die saarländischen Schüler*innen in Zukunft besuchen möchten.

  1. Abschaffung des konfessionell getrennten Religionsunterricht

Aktuell werden Schüler*innen an weiterführenden Schulen in katholische Religion, evangelische Religion und Ethik aufgeteilt. Die Landesschülervertretung sieht den konfessionell getrennten Konfessionsunterricht in der aktuellen Zeit als veraltet an, da sich die Schüler im Religionsunterricht so nur undifferenziert mit ihrer eigenen Religion befassen. Es ist aus unserer Sicht wichtig, sich auch mit anderen Religionen und Kulturen verstärkt auseinanderzusetzen. Außerdem soll Schüler*innen auf diesem Gebiet ein Gefühl von Gemeinschaft mit Andersgläubigen und kein Gefühl der Spaltung vermittelt werden. Daher fordern wir, den konfessionellen Religionsunterricht abzuschaffen und durch einen allgemeinen Religionsunterricht zu ersetzen, wobei der Ethikunterricht trotzdem beibehalten werden soll, da dieser aufgrund eines anderen thematischen Schwerpunktes nach wie vor seine Daseinsberechtigung hat, jedoch in seinem Profil nochmals nachgeschärft werden sollte. Der allgemeine Religionsunterricht sollte hierbei nicht nur für das Christentum sein, sondern alle verbreiteten Religionen abdecken, was es auch z. B. Juden, Muslimen oder Buddhisten ermöglichen würde, am Religionsunterricht teilzunehmen. Dies würde auch den gemeinsamen Austausch zwischen Angehörigen verschiedenster Religionen fördern und dabei ein kennenlernen auf Augenhöhe ermöglichen, was ein gegenseitiges Verständnis für die Schüler*innen mit der jeweils anderen Religion bewirken würde. Außerdem wäre es so möglich, Unterrichtseinheiten über verschiedene Religionen mit tatsächlich Angehörigen dieser Religion zu gestalten. Hierbei soll sich dieser Religionsunterricht weiterhin klar um Religion im Allgemeinen drehen, weswegen er auch weiterhin von aktuell praktizierenden Religionslehrern unterrichtet werden könnte. Dieserart würden auch keine Probleme in der Personalaufwendung entstehen.

  1. Aufklärung über Ernährung

Aktuell wird das Thema Ernährung an öffentlichen Schulen nur sehr knapp und oberflächlich behandelt. Die Landesschülervertretung versteht es als wichtig, Schüler*innen in Zukunft verstärkt über die Bedeutung von Ernährung für ihre Gesundheit und über eine ausgewogene Gestaltung dieser in ausreichendem Umfang aufzuklären. Daher fordern wir, dass die Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen zu gesunder und nachhaltiger Ernährung zwingend Einzug in den Schulalltag halten muss. Bereits in der Unterstufe muss folglich die Wichtigkeit von gesunder und nachhaltiger Ernährung in den Vordergrund gerückt werden, um einen möglichst nachhaltigen Bildungserfolg bei den Lernenden zu erzielen und sie gleichzeitig vor Fehlernährung in der Entwicklungsphase zu schützen.

Damit oben genannte Strategien Erfolg haben können, müssen Schulen nachhaltige und gesunde Ernährungsgewohnheiten vorleben. Daher müssen schulische Essensangebote ausgewogen, gesund und nachhaltig gestaltet sein.

Dabei muss zu jedem Zeitpunkt innerhalb dieser Entwicklung das Schulessen für alle Lernenden bezahlbar sein. Es sollten qualitativ hochwertige Produkte bezogen werden. Die hierdurch entstehenden höheren Preise können durch die Subventionen des Bundes auf einem angemessenen Preisniveau gehalten werden. Somit wird eine gesunde Ernährung sichergestellt. Für sozial schwache Familien wird die Möglichkeit geboten, sich von den entstehenden Kosten befreien zu lassen, um infolgedessen eine Chancengleichheit für alle beim Thema Ernährung sicher zu stellen. Um dies umzusetzen, sollen sich Schulträger an Richtlinien und Handlungsempfehlungen von Fachverbänden orientieren. Es muss gegeben sein, dass Schulen immer noch in der Lage sind, ihre regionalen Bedürfnisse zu erfüllen und eigene Schwerpunkte zu setzen.

  1. Erste Hilfe Kurse an Schulen

Im Ernstfall kann richtig ausgeführte erste Hilfe Leben retten. Daher halten wir es für wichtig, dass Schüler*innen in der Schule lernen, wie man erste Hilfe leistet. Denn so wüssten diese im Ernstfall sowohl während als auch außerhalb ihrer Schulzeit, was zu tun ist und würden nicht in Panik verfallen. Ein solcher erste Hilfe Kurs wäre ohne großen Aufwand an einem Tag im Klassenverband umsetzbar. Wir halten es außerdem für Sinnvoll, diesen Kurs zur Auffrischung alle 1- 2 Jahre zu wiederholen, um das gelernte auch über die Schulzeit hinaus zu festigen. Diese sich wiederholenden Kurse sollen altersgerecht gestaltet und um auf die Klassenstufe angepasste Module erweitert werden.

  1. Kostenfreie Hygieneartikel

Die Landesschülervertretung fordert, dass an öffentlichen Schulen kostenlose Damenhygieneartikel zur Verfügung gestellt werden, denn diese werden unumgänglich benötigt und sind ohne große Aufwendungen von Kosten anbietbar.

  1. Aspekt Schulsport

Sportliche Betätigung unterstützt nachweislich die geistige und körperliche Entwicklung, daher fordert die Landesschülervertretung, dass in den Schulen die Lernenden dazu animiert werden sollen, neben der Schule auch in ihrer Freizeit Sport zu treiben. Dabei sollen Sportlehrkräfte eine Schlüsselrolle spielen.

Der Sportunterricht an den Schulen muss fachlich breiter, aber auch mit mehr individueller Entscheidungskompetenz gestaltet werden. Dabei ist es wichtig, dass Begabungen und eigene Stärken auch gezielt gefördert werden. Hierfür ist es notwendig, dass alle Lernende die Chance haben ein breites Spektrum an Sportarten bereits ab der Grundschule auszuprobieren. Dies kann sowohl durch eine Ausweitung der Rahmenlehrpläne, Erweiterung der Sport-AGs als auch durch regelmäßige Sport-Exkursionen erfolgen. Leider fehlen vielen Schulen die dafür nötigen Mittel. Infolgedessen findet der Sportunterricht häufig in alten Hallen und mit altem Gerät statt. Auch für Exkursionen fehlen dabei die Ressourcen. Daher fordern wir, dass den Schulen hierfür mehr frei verfügbare finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, um diese Mängel zu beheben und Sportunterricht attraktiver zu machen. Um diese sportliche Vielfalt zu ermöglichen und die Lernenden an das Vereinsleben heranzuführen, spricht sich die Landesschülervertretung für eine bessere Zusammenarbeit mit den Sportvereinen im Saarland aus. Jedoch sollen als Vergütung auch finanzielle Mittel für die Vereine zur Verfügung gestellt werden, um eine Kooperation mit den Schulen attraktiver für die Vereine zu gestalten. Dadurch kann auch das Angebot der schulinternen AGs ergänzt werden.

Darüber hinaus sollten besonders Sportlehrkräfte zur häufigeren Teilnahme an Fortbildungen motiviert werden, damit diese den Lernenden immer wieder neue Sportarten und Bewegungsmotivationen nahebringen können. Daher sind auch langfristig Sportförderprogramme des Bundes und der Länder unerlässlich, um die Aus- und Weiterbildung der Sportlehrkräfte sowie nötige Materialien langfristig zu finanzieren.

Ebenfalls sollen alle Auszubildenden die Möglichkeit erhalten, Sport in ihren Ausbildungsberufen zu belegen.

Der Unterricht soll dabei nicht nur Bewegungsabläufe und Sportarten vorstellen, sondern aktiv zur körperlichen Betätigung motivieren. Den Lernenden muss dabei das Wissen vermittelt werden, welche Wirkung Sport und Anstrengung auf den Körper hat und besonders, was für die Lernende der richtige Sport ist und wie dieser ohne Schäden für den Körper ausgeübt werden kann. Die Kenntnisvermittlung über die Themenkomplexe Anatomie, Leistungssteigerung und besonders die Übungslehre sollten das Bild prägen, dass es im Sport nicht nur um den Wettkampf, sondern erstrangig um die persönliche Gesundheit geht. Theorie und Praxis müssen dabei vereint werden, um Wissen und Motivation anwendbar zu machen. Ein fächerübergreifender Unterricht kann dabei durchaus ein tiefgreifendes Verständnis geben und die Unterrichtsinhalte mit anderen Fächern wie Biologie gelungen verbinden. Hierbei wird den Lernenden ermöglicht gelernte Theorie mit der eigenen Lebensrealität zu verknüpfen. So werden Transferleistungen unterstützt.

  1. Psychologischer Aspekt

Psychische Krankheiten und eine damit verbundene geminderte Arbeitsfähigkeit sind ein Problem, das besonders durch die Corona-Pandemie in den gesellschaftlichen Mittelpunkt gerückt ist. Seit Langem ist hiervon auch der Raum Schule betroffen. Hier leiden Jugendliche schon im jungen Alter unter starkem Leistungsdruck, sozialen Spannungen und daraus resultierendem Stress.

Jugendliche, die besonders anfällig für Stress sind, werden dabei aktiv daran gehindert, ihre bestmöglichen Leistungen zu erreichen. Folgen sind dabei nicht selten Unzufriedenheit mit und eine Abneigung gegenüber der Schule.

Ziel sollte jedoch genau das Gegenteil sein: Der Anspruch, die Lernenden zur bestmöglichen Nutzung ihres individuellen Potenzials zu ermutigen, ohne sie übermäßigem Stress und Leistungsdruck auszusetzen. Stressprävention und Stressmanagement an Schulen muss dabei schon früh den Lernenden nähergebracht werden und auch in der Gestaltung des Schulalltags elementarer Bestandteil sein.

Besonders die Bewertung muss hierfür angepasst werden. Sie sollte sich nicht nur auf die erbrachten Leistungen, sondern größtenteils auf die persönliche Entwicklung der Lernenden fokussieren. Im Fach Sport ist dabei beispielsweise neben dem Faktor der Leistung auch die individuelle Steigerung sowie das Arbeitsverhalten in die Bewertung einzubeziehen. In anderen Fächern wäre eine Ergänzung der Leistungsbewertung gut durch Einbeziehung von individuellen Faktoren und des Engagements im Unterricht möglich.

Neben der Vermeidung von Stress müssen aber auch die Aufgaben der Lernenden angepasst werden, um insbesondere den Leistungsdruck zu minimieren. Die individuelle Förderung der Lernenden nach eigenem Bedarf und die Gleichbehandlung aller Lernender, unabhängig der erbrachten Leistungen ist dabei ein Muss. Besonders die soziale Ausgrenzung einiger Lernender muss durch die Institution Schule aktiv verhindert werden.

Gerade auch psychisch Erkrankten sollte die Möglichkeit eingeräumt werden, mehr Zeit zur Genesung zu beanspruchen. Hierunter fällt natürlich das Problem der mangelnden Therapieplätze, welches behoben werden muss, aber auch, dass diesen Menschen zum Beispiel ein Jahr Aussetzen der Schule ohne Anrechnung auf die Schulzeit zur nötigen Rehabilitation gegeben werden sollte.

Im Rahmen des Themenkomplexes Gleichbehandlung muss auch über das Thema Sexualität gesprochen werden. Mit diesem setzen sich Jugendliche insbesondere in der Pubertät intensiv auseinander. Zu keinem Zeitpunkt darf es dabei zu Ausgrenzungen oder Spannungen aufgrund der geschlechtlichen Identität oder der Sexualität einzelner Jugendlicher kommen. Schulen sollen dabei nicht nur ein diskriminierungsfreier Raum sein, sondern müssen hier auch ihrem Bildungsauftrag mit Blick auf die gesamte Gesellschaft nachkommen. Wenn in der Schule nicht der Grundstein für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft gelegt wird, kann dies auch perspektivisch nicht gelingen.

  1. Sexualität

Als grundlegend betrachten wir hierfür den Sexualkundeunterricht, in dem sich mit dem Thema Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten, zwingend auseinandergesetzt werden sollte. Ziel muss es dabei sein, dass sich nicht nur auf den Aspekt der Fortpflanzung fokussiert wird, sondern auch gesellschaftliche und besonders psychische Aspekte behandelt werden. Die Vorteile und die Normalität einer vielfältigen Gesellschaft, müssen den Lernenden dabei nähergebracht werden, um Diversität als Normalzustand einer modernen Gesellschaft im 21. Jahrhundert zu etablieren. Dabei sollte es im Zuge des Unterrichts auch nicht zur Trennung der Lernenden aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer Sexualität kommen.

Zusätzlich muss besonders die Sozialarbeit, Respekt Coaches und Schulpsychologie dafür geschult werden, Jugendliche, welche aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität und/oder Sexualität diskriminiert werden, individuell helfen zu können und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Nicht-cis-männliche Lernende müssen im Zuge dessen, dazu ermutigt werden, auch Führungspositionen in den SVen einzunehmen. Dazu bedarf es der Schulung der Lehrkräfte, damit diese wissen, wie sie ihre Nicht cis-männliche Lernende dazu ermutigen können nach Ämtern zu streben. Aufklärung über die Nachteile von Nicht-cis-männlichen Lernenden in Berufs- und Alltagswelt und die Ermutigung aller Lernenden, etwas an diesem Sachstand zu ändern, ist hierbei Schlüssel zum Abbau dieser Ungleichbehandlungen.

  1. Aspekt Diversität

Schulen müssen als Raum der Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz dienen und den Lernenden einen sicheren und diskriminierungsfreien Raum ermöglichen.

Es ist grundlegend notwendig, die Unterrichtsinhalte divers und zeitgemäß zu behandeln. Die Aufgaben der Aufklärung und Prävention im Biologie- sowie Sexualkundeunterricht müssen den heutigen Erkenntnissen entsprechen und den Lernenden ein aufgeklärtes und offenes Weltbild vermitteln. Diese weiterentwickelte Aufgabe muss ein Bestandteil im Lehr- und Lernstoff sein.

Die Themenbereiche der Sexualität, Geschlechtsidentität, Sex und Diversität müssen differenziert und wertungsfrei in den Unterricht einbezogen und behandelt werden und sollen ein größeres Bild, außerhalb der traditionellen Geschlechterrollen, vermitteln.

Es ist adäquat notwendig, die Geschlechterdiversität sowie die Sexualdiversität in einem möglichst aufgeklärten und diversen Rahmen im Biologieunterricht zu behandeln. Der Fokus sollte dort nicht nur auf den Aspekt des Aktes als Fortpflanzung, sondern auch weitergehend behandelt werden, um Lernende in der Phase der Selbstfindung und Entdeckung der eigenen Sexualität und des eigenen Geschlechts zu unterstützen.

Um die Diversität der Unterrichtsgestaltung sowie die der Aufklärung auszubauen, soll auch sozialpädagogisches Personal der Schulen den Unterricht, sowie bei der Entwicklung von Projekten und Konzepten unterstützend tätig sein.

Außerdem muss den Lernenden auch außerhalb des Unterrichtes die Möglichkeit gegeben werden, Ratschläge und weitergehende Informationen einzuholen. Des Weiteren ist es an der Zeit Unterstützungsangebote für jene zu schaffen.

  1. Etaterhöhung und Pflichtzuweisungen

Damit die Landesschülervertretung des Saarlandes ihrer Verpflichtung zur Förderung der Demokratiebildung, Stärkung der SVen an den Schulen und Vertretung der Schüler*innen des Saarlandes adäquat nachkommen ist es an der Zeit für eine Erhöhung des Etats. Aufgrund von starker finanzieller Förderung, findet die Arbeit  im Moment sehr Saarpfalz-Kreis zentriert statt. Damit wir diese auch auf andere Landkreise ausweiten können, benötigt die LSV Saar unumgänglich eine Erhöhung des aktuellen Etats. Aktuell steht das Saarland bei der Finanzierung von Bildung im Bundesvergleich schlecht da. (0,153€ pro SuS und Jahr für die SVen, ca. 0,11€ pro SuS für die LSV)

  1. Privatschulgesetz

Schulische Mitbestimmung ist nicht nur erheblich der Demokratie im Allgemeinen dienlich, sondern vermittelt auch in besonderen Maße Schüler*innen Grundkenntnisse, welche bindend für das gesellschaftliche Leben in einer Demokratie sind. Daher sieht es die LSV Saar als notwendig an, auch die Schüler Mitbestimmung als gesetzlichen Rahmen in dem Privatschulgesetz entsprechend zu verankern.

  1. SchOG Einspruchsverfahren

Gegen Schulordungsmaßnahmen (z.B. schriftlicher Verweis, Schulauschluss) nach §32 SchoG können Schüler*Innen und Eltern aktuell nur gerichtlich vorgehen. Hier muss ein außergerichtliches Schlichtungsverfahren implementiert werden.

  1. Schulmitbestimmungsgesetz

Ein großes und uns über mehrere Jahre begleitendes Projekt ist die Novellierung des Schulmitbestimmungsgesetzes (SchumG). Dieses Gesetz regelt den rechtlichen Rahmen der SV Arbeit. Hier galt es bereits in der vergangen Novellierung, die SVen zu stärken und die Schulmitbestimmung der Schüler*innen auszuweiten, um demokratische Strukturen schon ab der Grundschule im Schulalltag zu etablieren. Bis heute ist dieses Kapitel jedoch nicht abgeschlossen. Von unseren Forderungen zur Änderung des SchumGs angefangen, welche noch nicht umgesetzt sind, wie beispielsweise ein landesweit einheitlicher Wahltag für Schülersprecher*innen, die verpflichtende Aufklärung über die Rechte von Schüler*innen und die Einführung von Schüler*innenparlamenten an jeder Schule. Schüler*innenparlamente sind eine der partizipativsten und demokratischsten Möglichkeiten SV-Arbeit in Schule zu gestalten. Einige saarländische Schulen haben wir hier bereits bei der Etablierung eines solchen geholfen und bekommen bis heute nur ausgesprochen positives Feedback zurück. Jetzt gilt es hierfür eine entsprechende gesetzliche Grundlage zu schaffen.

Kategorien: Allgemein

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